Poltern – woher kommt es und wie wird’s gemacht?

Kaum eine Tradition rund um das Thema „Hochzeit“ wird so gepflegt und gepusht (und macht so viel Spaß) wie das Poltern vor der Hochzeit.

Die Bezeichnung „Polterabend“ hat ihren Ursprung im Zerschlagen von Porzellan und Steingut vor der Hochzeit, um dem Brautpaar Glück zu bescheren (vgl. „Scherben bringen Glück“).

Der traditionelle Polterabend findet am Abend vor der Trauung statt. Braut und Bräutigam laden viele Gäste ein (alle Hochzeitsgäste und darüber hinaus auch nicht zur Hochzeit Geladene; außerdem darf jeder kommen, der dem Brautpaar gratulieren will). und verköstigt mit Würstel oder Gulasch – ganz traditionell (zumindest behauptet Wikipedia das) mit Hühnersuppe, da Hühner ein Symbol für Fruchtbarkeit sind (daher vielleicht auch der britische Ausdruck „Hen-Night“).

Zu späterer Stunde werden Geschirr, Blumentöpfe, Toiletten, Waschbecken und ähnliches (NIE Gläser und Spiegel, diese Scherben bringen Pech) zerschlagen – der Lärm soll Dämonen und Geister vertreiben. Das Brautpaar kehrt gemeinsam die Scherben zusammen und entsorgt sie. So demonstrieren sie, dass sie bereit sind sich gemeinsam Problemen und Schwierigkeiten zu stellen und diese auch zu meistern.

Heute wird beim Polterabend nur noch ganz selten Geschirr zerbrochen, sondern der Polterabend ( auch Junggesellen-/Junggesellinnenabschied, Stag-/Hen-Night in Groß Britannien, Bachelor-/Bachelorette-Party in den USA) genutzt um mit Freunden Abschied vom Single-Dasein zu nehmen. Oft mit viel Alkohol, Spielen für die Braut/den Bräutigam und gelegentlich mit dem Verkauf von billigen Erwachsenenunterhaltungsspielsachen 😉

Die Braut bekommt ein lustiges Kostüm (Supergirl, Prinzessin oder ähnliches) oder zumindest einen Schleier. Es ein Abend nur für Mädls – eine Party – zu Ehren der Braut. Es kann – wie vorhin erwähnt – ausgelassen getanzt, gespielt (unzählige Spiele finden sich im Netz) und vielleicht auch getrunken werden. Genauso möglich ist allerdings auch ein Tag im Spa mit Beautybehandlungen. Ganz so, wie die Braut es wünscht 😉

Wünsche zu äußern ist sehr wichtig; so hat die Organisatorin – die Trauzeugin – eine bessere Idee davon, was der Braut gefällt, und was nicht (es gibt Bräute, die verziehen angeekelt das Gesicht, wenn sie aufgefordert werden einen Shot aus dem Bauchnabel eines Strippers zu schlürfen…). Die Wünsche (oder „auf-keinen-Fall!!!“) sollen unbedingt respektiert werden. Alle Teilnehmerinnen sollen einen tollen Tag/Abend verbringen.

Dem Bräutigam geht es ganz ähnlich wie der Braut – auch er bekommt ein Kostüm oder ähnliches (Schleier?) und darf – je nach den Gepflogenheiten im sozialen Umfeld, seinen Junggesellenabschied mit Gesang auf einer Almhütte, beim Paintball-Spielen, Go-Cart-Fahren, oder auch (in den seltensten Fällen) mit einer Stripperin am Schoß verbringen. Auch hier gilt: der Trauzeuge soll bitte im Vorfeld dem Bräutigam genau zuhören um Vorlieben und Abneigungen herauszufinden und diese dann umsetzen.

Die Kosten des Polterabends (Vorbereitung von Kostüm, Verkaufsartikel, gemeinsame Shirts) werden von allem Teilnehmern selbst getragen. Die Konsumationen der Braut/des Bräutigams werden auf alle TeilnehmerInnen aufgeteilt.

Alles in allem wird mit den „eigenen Mädls/Jungs“ gefeiert – wie auch immer Sie „feiern“ definiert. Hauptsache es macht Spaß 🙂

Alles Liebe
Agnes

PS.: Gelegentlich wird der Polterabend auf ein Polterwochenende ausgedehnt, dann auch in einer anderen Stadt mit vollem Programm.

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